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Mitarbeiter verlassen ihre Vorgesetzten, nicht ihren Job!

(c) Nick Fewings - Unsplash.com
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Irgendwo und irgendwann im Internet habe ich dieses Statement gelesen und dachte mir sofort: Ja, so ist es...leider!

 

Warum das leider oft so ist, möchte ich Dir anhand meiner Erfahrungen erklären. Es hängt für mich viel mit Überlastung und Überforderung von Vorgesetzten und Mitarbeitenden zusammen und mit der heutigen, herausfordernden Zeit in der wir seit fast 20 Jahren leben und in unseren Jobs arbeiten.

 

Ich möchte das in Zukunft verbessern.

Deine Innere Kündigung

Denke ich an meine Angestelltenzeit zurück, habe ich meine Arbeit grundsätzlich gerne gemacht, nachdem ich gemerkt hatte, wo ich in der Hotellerie mich am besten einbringen konnte: In der Lagerhaltung, im Einkauf, in der Organisation und Optimierung des Warenflusses im Haus und teilweise in der Angebotsplanung und der Buchhaltung. Ich hatte mich also auf die Organisation des rückwärtigen Bereichs spezialisiert...und das recht umfangreich und gut, wie ich meine.

 

Je nach den Standards im Betrieb, wo ich gearbeitet habe und vor allem je nach den Vorgesetzten konnte ich meine Arbeit mehr oder weniger ungestört verrichten, so dass das Stress im besten Falle nur durch ein erhöhtes Arbeitsaufkommen verursacht wurde und nicht noch durch zusätzliche, zwischenmenschliche Faktoren.

 

Da ich in toxischen Beziehungsstrukturen aufgewachsen bin, suchte ich mir unbewusst immer wieder auch Betriebe bzw. Betriebe wählten mich gezielt aus, weil ich in deren toxische und autoritären Muster gut hineinpasste. So hatte ich immer wieder mit narzisstischen Vorgesetzten zu kämpfen, die mir das Leben schwer machten. Als INFJ und HSP die wohl schlechteste Kombi überhaupt, um ein erfülltes Berufsleben zu haben. Nun gehört es ja schon fast zum Allgemeinwissen, dass in unserer Gesellschaft fast nur Narzissten und Machtmenschen in Führungspositionen kommen. Der unvermeidliche Crash war also irgendwann in meiner Karriere als Angestellter immer vorprogrammiert. In der Hotellerie ist es Usus, dass viele Mitarbeiter sehr flexibel eingesetzt worden sind. Bis in die Jetztzeit hat sich das noch deutlich verschärft, um Personalkosten zu sparen. So ist es heute in Hotels häufig zu sehen, dass die Rezeption und die Hotelbar als 1 Tresen angelegt sind, wo die Angestellten den Job des Barkeepers und des Receptionists in Personalunion ausführen sollen. Man überlege sich, wenn die Bar voll ist und gerade einen große Gruppe ein- oder auscheckt. Ein Alptraum für jeden HSP oder INFJ!  Früher bis heute wurden bei personellen Engpasssituationen Mitarbeitende vom Empfang oder auch von den Büros für eine bestimmte Zeit ins Restaurant abgezogen, um beispielsweise ein Menü für eine große Reisegruppe zu servieren und abzuräumen. Fiel diese Zeit in eine Pause, konnte es schnell passieren, dass die Pause kurzerhand gestrichen wurde. Wer in der Hotellerie arbeiten möchte, sollte sich über solche möglichen Zustände bei schlechter Bezahlung sehr bewusst sein. Die Meisten merken es aber erst spät und viele wollen dann auch raus aus der Hotellerie...aber nicht alle schaffen es. 

 

Aber auch in vielen anderen Branchen sind Mitarbeitende durch Monotonie, zwischenmenschlichen Kleinkrieg, nicht nachvollziehbaren Direktiven von oben und der sich wirtschaftlich ständig verschlechternden Lage unseres Landes müde oder ausgebrannt vom oft sinnlos empfundenen Kampf um Geld, das für die täglichen Bedürfnisse immer knapper wird. Vorgesetzte und Geschäftsführungen versuchen mit neuen Ideen die Situation einseitig oder bestenfalls für alle Beteiligten zu verbessern. Gelingen tut es leider selten. Einfache Angestellte vergessen oft, dass ihre Vorgesetzten auch und oft noch stärker unter einem sehr hohen Erfolgsdruck stehen, um im Sattel bleiben zu können. Auch sie sind überfordert. Und auf beiden Seiten ist man meist nicht ehrlich zu einander, was die Sache noch mehr verschlimmert. Es ist ein Teufelskreislauf, aus dem die Beteiligten nur schwer herauskommen können. Eine Kündigung könnte helfen. Meist führt sie aber wieder in einen Betrieb, wo es auch signifikante Probleme gibt. Wenn Dir Dein Körper durch einen Burnout eine Zwangspause verschreibt, weißt Du, dass Du Deinen Bogen überspannt hast. 

 

Gerade wir INFJ (Persönlichkeitstyp nach dem MBTI) und HSP Persönlichkeiten brauchen am Arbeitsplatz bestimmte Arbeitsbedingungen und Aufgaben, um ein gesundes und erfülltes Arbeitsleben zu haben.

 

Darum halte ich es für besonders wichtig, bei Deiner Berufswahl eine gute Vorbereitungsarbeit zu leisten und bei jedem Vorstellungsgespräch zu erfragen, was Dich erwartet und zu sage,  was Du an Deinem zukünftigen Arbeitsplatz erreichen möchtest.

(c) Andrea Piacquadio - Pexels.com
(c) Andrea Piacquadio - Pexels.com

Eine Kettenreaktion in den Abgrund

Wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei einem Vorstellungsgespräch treffen und sich hoffentlich von ihrer besten Seite präsentieren werden, sollten beide Seiten ehrlich zu einender sein und sich auf Augenhöhe begegnen. Leider ist das aus verschiedenen Gründen nicht immer der Fall. Wieso auch? Wenn übertreiben, lügen, manipulieren oder bestimmte Tatsachen weglassen heute als ganz normal gilt, wenn Du einen Job oder sogar Deinen Traumjob haben willst. Erzähle Deinen zukünftigen Vorgesetzten, was sie hören wollen und erhöhe Deine Chancen. Dazu gibt es auf YouTube genug Videotutorials. Leider ist eine Anstellung aufgrund falscher Tatsachen und auch aufgrund von Kompromissen nie wirklich zufriedenstellend für beide Seiten. Damit wäre mit dem Vorstellungsgespräch schon die Wurzel des Übels gepflanzt, die einen Tages höchstwahrscheinlich in Unzufriedenheit und eine Innere Kündigung umschlagen kann. Und auch die Führungsetage hat dann Dauerstress.

Ursachen seitens des Arbeitnehmers

Vor ein paar Jahren sah ich ein Video über ein Umweltprojekt, dass der damalige Prince Charles in Großbritannien ins Leben rief. Dazu musste er Leute einstellen. Als das Projekt am Laufen war, wurde die Doku gedreht, die ich mir angeschaut hatte. Es gab ein Interview mit einem Angestellten, der gefragt wurde, wie er an diesen Job gekommen war. Der antwortete: "Ich hatte mich beworben und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Natürlich habe ich alle Fragen, die mir gestellt wurden, mit ja beantwortet. Wann sonst bekommt man die Möglichkeit, für den zukünftigen König von England zu arbeiten?"

 

So läuft es bei den meisten Vorstellungsgesprächen leider auch. Renomierte Firmen werden mit Bewerbungen überhäuft, weil die Bewerber mit einem Arbeitszeugins solcher Firmen eine steile Karriere erhoffen. Eventuell sind  die Arbeitsbedingungen dort nicht immer erfreulich, aber das wird in Kauf genommen. 

Es wird dem Interviewer nach dem Mund geredet. Man möchte keinerlei Anlass für eine Absage bieten. Auch wenn Dir bei der einen oder anderen Fragen oder Ansage, was im zukünftigen Job auf Dich zukommt, Dir ganz anders wird. Dazu kann auch kommen, dass relevante Details, die sich aber negativ auf eine Zusage auswirken könnten, einfach aus dem Lebenslauf entfernt werden. Hauptsache den Job bekommen. Bei Menschen, die vom Jobcenter geschickt werden, ist es noch brisanter, weil sie bei unkooperativen Verhalten bei einem Vorstellungsgespräch oder gar der Absage einer Zusage des zukünftigen Arbeitgebers mit empfindlichen Sanktionen rechnen müssen.

 

Es gibt eine oft feine aber hoffentlich klare Linie zu bestimmen, was wahr, situativ günstig ausgelegt oder falsch ist. Was ich machen möchte, ich flexibel bereit bin zu tun oder was ich nicht machen will. Außerdem liegt es an Dir klar zu recherchieren und zu erfragen, was Dich genau am neuen Arbeitsplatz erwartet und was nicht. Es ist besser für Dich, diese Dinge für Dich ganz klar abzugrenzen und im Job Interview auch klar zu vertreten. Auch wenn das Deine Absage bedeuten kann. Sonst wird der aufkommende Arbeitsfrust nur eine Frage der Zeit sein.

Ursachen seitens des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber steht mit den Geschehnissen im Betrieb und dem möglichen Personalmangel unten einem gewissen Stress, den der Arbeitgeber möglichst schnell mindern möchte, wenn aktiv Personal gesucht wird. Dem Interviewer ist aus leidvoller Erfahrung bekannt, dass die meisten Bewerbenden eben nicht die Wahrheit sagen und das bei einer Einstellung negative Folgen haben kann. Das kann Personalchefs nervös und misstrauisch machen. Je nachdem wie viel Zeit ein Interviewer hat, sich auf seine Bewerbenden vorzubereiten, können hier schon empfindliche Flüchtigkeitsfehler entstehen, die schnell zu einer Fehlentscheidung führen können. Die Bewerbungsunterlagen müssen gründlich studiert werden. Alles andere ist inakzeptabel. Daraus ergeben sich oft auch gute Fragen des Interviewers an den Bewerbenden bzw. zeigt sich daran schnell die Sinnfälligkeit, warum sich ein Bewerbender gerade auf diesen Posten bewirbt. Eine oft übliche Einholung von Referenzen ist grundsätzlich ein gutes Mittel, sich über einen Bewerbenden zu informieren. Das Risiko einer zu stark subjektiven Auskunft besteht aber. Gott sei dank gibt es ja die Probezeit. Fun Fact: Die meisten Führungskräfte haben als Angestellte auch Vorgesetzte.

 

Arbeitgeber, die absichtlich nicht ihre Karten auf den Tisch legen, brauchen sich nicht zu wundern, wenn sie mit ihren Angestellten Probleme bekommen. In einem Job Interview sollte die Atmosphäre des Vertrauens und des Austauschs geschaffen werden und nicht die Atmosphäre eines Verhörs oder von Geheimniskrämerei. Ärger ist auch dann vorprogrammiert, wenn die Personalabteilung unrealistische Vorstellungen und Anforderungen an Bewerbende und Angestellte hat. Beispielsweise ist nicht jeder Abteilungsleiter eine eierlegende Vollmilchsau, die alles kann und weiß. Wozu gibt es intelligentes Teambuilding?

 

Auch oder gerade in vielen Führungspositionen gibt es häufig Fluktuation, innere Kündigung und Burnout. Nur hier wird das eher vor den Mitarbeitenden geheim gehalten. Der Job von Top Managern zehrt sehr an der Gesundheit.

(c) Mizuno K - Pexels.com
(c) Mizuno K - Pexels.com

Wie Du gegen Deine Innere Kündigung vorgehst

In der Arbeitswelt wird definitiv zu viel über einander anstatt miteinander geredet. Meist aus Angst, etwas Falsches zu sagen. Diese Angst wird von Verwandten, Freunden, Bekannten und Beratern geschürt,  damit die Menschen, die diese Ratschläge erhalten, keine "Fehler" machen und den gewünschten Job bekommen oder behalten. Meistens geht es darum, nicht unangenehm aufzufallen. Aber auch Vorgesetzte mögen es nicht, wenn es plötzlich zu Situationen kommt, die sie verunsichern oder ihre Pläne gefährden, von deren Erfolg ihre weitere Existenz im Betrieb abhängt. Darum gehen auch Vorgesetzte lieber auf Nummer sicher, als unnötige Risiken einzugehen. Vorgesetzte können ihre Mitarbeiter leichter zum Schweigen bringen als umgekehrt, weil sie am längeren Machthebel sitzen, aber auch ihre Ruhe und ihren planbaren Arbeitstag haben wollen.

 

Gut ausgebildete Führungskräfte haben fachlich und von ihrer Persönlichkeitsentwicklung eine gute Grundlage, mit der erhöhten Verantwortung und dem erhöhten Stress klar zu kommen. Aber nicht alle Führungskräfte sind dem entsprechend ausgebildet. In der Hotellerie ist mir das leider mehrheitlich negativ aufgefallen.

 

Auf der Mitarbeiterebene ist das noch schwieriger, weil man dort die Mitarbeitenden meist sich selbst überlässt. Aber viele berufstätige Menschen - insbesondere Frauen - haben gelernt, gut für sich selbst zu sorgen. Suche doch einfach mal auf YouTube nach Videos über Afterwork Routine, wo sich Menschen nach der Arbeit entstressen, es sich gut gehen lassen und teilweise ganze Wellnessabende nach Feierabend verbringen, um am nächsten Tag wieder fit zu sein.

 

Natürlich kann man jetzt interpretieren, wie es allgemein in den Medien überall gesagt wird, dass jetzt wirtschaftlich schwere Zeiten herrschen und die Menschen resilienter werden müssen. Aber das kann nicht jeder Mensch!

 

Hast Du beruflich und persönlich etwas zu biete, solltest Du ganz klar Deine Vorstellungen in den Raum stellen und nicht zu allem ja und Amen sagen. Bei persönlichen Konflikten solltest Du in einer ruhigen Stunde das Gespräch zu Deinen Kollegen oder Vorgesetzten suchen. Schon rein aus dem Grund, es versucht zu haben, die Spannung aus dem Konflikt zu nehmen und eine bessere Lösung gemeinsam zu suchen, wenn es zuvor Ärger oder Unstimmigkeiten gegeben hat. Insbesondere bei den Vorgesetzten musst Du damit rechnen, dass man nicht immer auf Deinen Verhandlungsversuch eingehen wird. Vorgesetzte, die stark unter Druck stehen oder charakterlich schwache Vorgesetzte blocken in solchen Situationen gerne ab, weil sie im (vermeindlich) am längeren Hebel sitzen. Ein Vorgesetzter, in dessen Abteilung die Mitarbeitenden permanent flüchten, ist aber schwach und produziert viel mehr Kosten bei ineffizienter Arbeitsweise als ein Vorgesetzter, der oder die sein Team langfristig zusammenhalten, führen und entwickeln kann. Es ist wichtig für Dich zu erfahren, ob Reden bei Dir am Arbeitsplatz noch Sinn macht oder es Zeit ist, zu gehen. Im letzteren Fall gehe aber dann bitte auch und suche Dir konsequent einen neuen, besseren Arbeitsplatz. Sei Dir darüber klar, was Du willst und wo Du hin willst. Habe berufliche Ziele. Das macht Dich sexy für Firmen.

(c) Karolina Grabowska - Pexels.com
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Mein Angebot an Dich

(c) INFJ-Coaching.com
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Wie Du gesehen hast, gehören zum Frust am Arbeitsplatz in der Regel mindestens 2 Parteien.

 

Welche der obigen Fehler hast Du bereits begangen, die Dich später in eine Innere Kündigung getrieben haben?

 

Welche Maßnahmen hast Du bis jetzt schon ergriffen, um einer Inneren Kündigung entgegenzuwirken?

 

Solltest Du gerade in der Phase einer Inneren Kündigung stecken und Unterstützung wünschen, da wieder raus zu kommen, bin ich gerne bereit, Dich hierbei mit einem Coaching zu unterstützen.

 

Zur Klärung Deiner aktuellen Situation und Deines Coachingauftrages biete ich Dir ein kostenloses Orientierungsgespräch an. Buche jetzt Deinen Termin!

 

Wie ein gutes, gesundes Vorstellungsgespräch ablaufen sollte, bei dem beide Seiten gewinnen, werde ich in einem meiner nächsten Artikel beschreiben.

 

Dein Coach für INFJ & HSP

 

Oliver Triebel

 

 

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