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Wie gendere ich INFJ?

Wie gendere ich korrekt?
(c) Sharon Mc Cutcheon - Unsplash.com

Gendern hat in Deutschland eine große Fangemeinde. Seit Ewigkeiten gilt die männliche Form Personenbezeichnungen und Berufsbezeichnungen im Zweifelsfall als neutrale Bezeichnung. Das ist für gut die Hälfte der Menschheit ungerecht. Von non-binären Menschen ganz zu schweigen! Wenn Du gezielt und geschlechtsspezifisch Personengruppen ansprechen möchtest, kommst Du um das Gendern nicht herum.

Herr / Frau / ? INFJ

männlich / weiblich / divers

Er / sie / sier

Als nicht-binäre Menschen bezeichnet man Mitmenschen, die aufgrund ihrer physischen Merkmale beiden Geschlechtern zugeordnet werden können oder keines der beiden klassischen Geschlechter zugeordnet werden können oder die von sich selbst aus nicht einem der beiden klassischen Geschlechter zugeordnet werden möchten. Menschen der diversen Geschlechter verdienen auch eine würdige und spezifische Anrede, um nicht diskriminiert zu werden.

 

Die korrekte Anrede von nicht-binären Menschen steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Recherchiert man nach einer gendergerechten Anrede für nicht-binäre Mitmenschen auf Deutsch, findet sich noch nicht viel Greifbares. Eher Improvisationen. Zum Beispiel:

  • Guten Tag, Mo Schmidt! oder
  • Liebe Studierende...

...also neutrale Anreden, die niemanden diskriminieren oder einfach geschlechtsspezifische Ansprachen wie Herr oder Frau vermeiden, weil wir in Deutschland für diverse Geschlechter noch keine wirkliche Anrede haben. Nun gibt es aber auch Situationen, wo Du gezielt und korrekt Menschen des diversen Geschlechts ansprechen möchtest.

 

In Großbritannien ist man schon weiter: Dort hat sich neben Mr (Herr), Mrs (Frau) und Ms (Fräulein) auch Mx für diverse Geschlechter als Anrede entwickelt. Es wird englisch "Mix" oder "Mux" ausgesprochen. Für die Personalpronomen werden he, she und they herausgebildet, um allen Menschen gerecht zu werden.

 

Parallel dazu sind in Deutschland die Personalpronomen jetzt mit er / sie / sier (eine Mischung aus sie & er) vervollständigt worden, was bisher aber noch in keinem Duden offiziell zu finden ist.

 

Es gibt auch noch weitere Modelle der gendergerechten Anrede für diverse Geschlechter.

Wie spreche ich nicht-binäre Menschen gendergerecht an?
(c) Raphael Renter - Unsplash.com

Gendern im Bezug auf INFJ Persönlichkeiten

Die Bezeichnung INFJ ist bereits geschlechtsneutral und damit perfekt zur Ansprache für alle INFJ geeignet. Manchmal möchte man aber gezielt geschlechterspezifische Themen ansprechen. Das gibt es auch bei INFJ und allen anderen Persönlichkeitstypen des Myer-Briggs-Typenindikators (MBTI). Darum gebe ich hier eine weitere Idee, wie Du INFJ etwas einfacher genderspezifisch ansprechen kannst.

 

Das gleiche Prinzip lässt sich auch auf alle anderen Persönlichkeitstypen des MBTI anwenden, die auf J enden.

INFJoe - der männliche INFJ

(c) Aiman Zenn - Unsplash.com
(c) Aiman Zenn - Unsplash.com

Der männliche INFJ - der INFJoe, ist eine Minderheit unter den INFJ. Er macht nur 20% unter den INFJ aus.

 

INFJoes passen auch nicht so oft in ein typisch männliches Gesellschaftsbild, wie auch viele andere introvertierte Männer mit hoher Sensitivität wie sie auch HSP Persönlichkeiten haben.

INFJane - die weibliche INFJ

(c) Donik Vladimir - Unsplash.com
(c) Donik Vladimir - Unsplash.com

Die weibliche INFJ - die INFJane, stellt mit 80% den überwiegenden Teil aller INFJ Persönlichkeiten. Frauen sind nach ihrem klassischen Rollenbild sowieso überwiegend gefühlsbezogene Menschen. Daher fällt eine INFJane nicht so schnell als solche auf wie ein INFJoe. Die INFJ machen 1,5% der Weltbevölkerung aus.

INFJean - nicht-binäre INFJ

(c) Sharon Mc Cutcheon - Unsplash.com
(c) Sharon Mc Cutcheon - Unsplash.com

Nicht-binäre Menschen machen angeblich weltweit 1,7% der Weltbevölkerung aus.

 

In einer Welt, die nicht binäre Menschen noch nicht überall bewusst wahrgenommen und voll integriert hat, sind sie als INFJean in doppelter Hinsicht selten und besonders.

 

Im folgenden You-Tube-Video von GoFeminin findest Du einige Vorschläge für Namen für nicht-binäre Kinder.

Wie man früher mit nicht zuordenbaren Geschlechtern umgegangen ist

Hast Du vielleicht schon einmal Namen wie Rainer-Maria oder Klaus-Maria gehört? Das ist ja ein ein Jungenname und ein Mädchenname miteinander kombiniert! Warum das?

 

Wenn man früher nach der Geburt ein Kind nicht einem der klassischen Geschlechtern Mann oder Frau zuordnen konnte, griff man auch solche männlich-weiblichen Doppelnamen zurück. 

 

Sowie bei Menschen als auch im Tierreich kommt es immer wieder vor, dass Nachkommen mit beiden Geschlechtsmerkmalen zur Welt kommen oder Geschlechtsmerkmale bei der Geburt nicht sofort erkenntlich sind.

 

Aufgrund des starren Weltbildes und einer strengen Rollenverteilung beider klassischer Geschlechter in der Vergangenheit waren solche Menschen natürlich nicht gesellschaftlich kompatibel. Darum wurden solche Menschen in jungen Jahren medizinisch passend für ein Geschlecht gemacht und dann auch so erzogen. Heute steht allen Menschen aller Geschlechter theoretisch und immer häufiger auch praktisch jeder gewünschte Lebensweg offen.

Andere Typenendungen nach dem MBTI gendern

Die 16 Persönlichkeitstypen des Myers-Briggs-Typenindikator enden entweder auf J oder P. Darum habe ich hier kurz auch einen Gendervorschlag für die P-Typen geschaffen.

 

Das Gleiche ließe sich auch auf HSP-Persönlichkeiten anwenden. Beispielsweise:

  • INTPatrick (m)
  • ENTPatricia (w)
  • HSPat (d)

Nachwort: Leben & leben lassen in Respekt

Da Du den Menschen oft nicht ansehen kannst, ob sie einem diversen Geschlecht angehören, ist es im Zweifelsfall sinnvoll zu fragen, wie der jeweilige Mensch angesprochen werden möchte, um Fettnäpfchen zu vermeiden.

 

In vielen Social Media Profilen geben die Inhaber Ihr Geschlecht mit Personalpronomen an, um anderen Menschen eine Hilfe zu geben, wie sie angesprochen werden möchten:

  • male / he / him / his
  • female / she / her / hers
  • non-binary / they / them / theirs

Englisch ist hier bisher am weitesten verbreitet. Auch noch in Deutschland.

 

Leider beobachte ich, dass sich viele Menschen von sogenannten Minderheiten, anderer Hautfarbe oder anderen Lebenskonzepten in eine Opferrolle begeben oder sogar zum Täter werden, indem sie beispielsweise zum Gegenrassismus umschwenken - Stichwort: Feindbild alter weißer Mann. Das ist zwar irgendwie verständlich, ist aber nicht gesund.

 

Ich möchte hier abschließend ganz klar zum Ausdruck bringen, dass alle Menschen gleichwertig sind. Ausgrenzungen, Phobien und Rassismus in jede Richtung - auch nicht gegen Weiße, Heterosexuelle oder jedwede Andersdenkende lehne ich vollumfänglich ab.

 

Als männlicher INFJ gehöre ich schließlich auch zu einer Minderheit, für die ich mich ganz bewusst entschieden habe.

 

Ich hoffe Dir hiermit einen guten Impuls für ein harmonischeres Zusammenleben mit Deinen Mitmenschen gegeben zu haben.

 

Dein systemischer Coach für INFJ

 

Oliver Triebel

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